Auswirkungen auf die Jungtierpopulationen der Balearen-Sturmtaucher

Der Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus) ist eine von zwei endemischen Vogelarten auf den Balearen und die einzige Seevogelart. Darüber hinaus handelt es sich um eine stark gefährdete Art, sie gilt als die am meisten bedrohte Seevogelart in ganz Europa. 90 % der weltweiten Population haben ihre Brutgebiete auf den Pityusen und in der Nähe des vorgesehenen Explorationsgebietes (zwischen 31 und 65 km).

Balearen-Sturmtaucher (<em>Puffinus mauretanicus</em>), © <a href="http://www.flickr.com/photos/jvverde/4761999936/">Isidro Vila Verde</a>

Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus), © Isidro Vila Verde

Eine der zuletzt über die Spezies ausgeführten Studien, die SEO/BirdLife im Jahr 2012 realisierte (Projekt Indemares), bestätigt, dass das valenzianische Kontinentalschelf eines der Hauptnahrungsgebiete für die auf Ibiza brütenden Kolonien ist. Und genau dort soll die Erdölsuche durchgeführt werden.

Durch die Lärmbelastung, die durch die seismischen Vermessungen hervorgerufen wird, kann es zu einer drastischen Abnahme der Fischpopulationen in diesem Gebiet kommen. Die seismischen Messungen können im Hauptnahrungsgebiet der Vögel zu einer deutlichen Reduktion der Nahrungsquellen führen, sodass die Brut eines Großteils der bestehenden Kolonien nicht mehr versorgt werden kann.

Die Erforschungszone dient auch zahlreichen anderen nistenden, pelagischen Seevögeln als Nahrungsgebiet. Neben dem Balearen-Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus) findet man den Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea), die Sturmschwalbe (Hydrobates pelagicus) und die Korallenmöwe (Larus audouinii). Alle diese Arten stehen aufgrund staatlicher und europäischer Normativen unter Schutz.

Der Festlandsockel zwischen el Cabo de Nau und den Columbretes-Inseln ist eines der Hauptnahrungsgebiete dieser Spezies, da es ein Gebiet mit erhöhter Primärproduktion ist. Genau in diesem Nahrungsgebiet wird nach fossilen Brennstoffen gesucht.

Des Weiteren nisten die genannten Arten überwiegend auf den kleinen Inseln Islotes de Poniente und Freus und fliegen täglich in das betroffene Gebiet, um sich mit Nahrung zu versorgen. Neben den Abfällen der Fischereiboote, erbeuten die Vögel an diesen Stellen auch direkt ihre Nahrung.

Probebohrungen und Förderung der Quellen

Im Falle eines Unfalls mit Erdölentweichung durchtränkt das Erdöl die Vögel, wodurch die Eigenschaft sich vom Wasser zu isolieren, vermindert wird bzw. verloren geht. Daraufhin können sie an Unterkühlung verenden. Beim Versuch sich das Federkleid mit dem Schnabel zu reinigen, nehmen sie große Mengen an fossilen Brennstoffen zu sich und vergiften sich dadurch.

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